..und irgendwann

...gehen sie dann fort - zumindest für eine ungewöhnlich lange Zeit, die man sich neben der großen Distanz kaum vorstellen kann. Jeden Tag aneinander gewöhnt, wenn auch nicht mehr ganz so intensiv - man spürt sich - ist da wenn Not am Freunde ist und kann auffangen. Dann kommt der Tag an dem wir tatsächlich am Flughafen stehen - gemeinsam mit wirklich wirklich guten Freunden, die sich auch nicht davor scheuen früh auf den Beinen zu sein. Aufgeregt, blass und unsicher - eine Mischung der Gefühle bis zu dem Punkt wo man nicht mehr mit darf. Mein gerade 16 gewordenes girlie, geht alleine weiter und hält sich tapfer - durch die security und den ganzen langen Weg in den mittleren Westen der USA. Ich wills nicht verschweigen - es war ein Zittern und Bangen bis sie in den sicheren Armen der Gastfamilie lag. Sie schaffen das, die Frage war vielmehr, wie bekommen wir das hin. Nicht neben ihr zu sitzen, auf fremden Flughäfen die Führung zu übernehmen oder lange Zeiten kurzweilig zu gestalten - sondern stattdessen im Büro zu sitzen in dem die Zeit einfach nicht vergehen will und auf Anrufe warten. Die Ohnmacht die sich hier breit macht, lässt sich nicht verhindern, aber sie weicht mit der Zeit dem Gefühl des Vertrauens und des liebenden Loslassens - für uns Eltern denke ich eine der größten Herausforderungen<3. Eine Schulsemester in diesem Alter mag für manche noch unvorstellbar sein, aber es ist ein unglaublicher Lernprozess aus dem wir wachsen - wir beide, da bin ich sicher.

Umzug ist nicht nur ein Ortswechsel

Es war schon längst fällig, jetzt haben wirs tatsächlich getan - wir sind mit Sack und Pack umgezogen. Nach endlosen Wochen haben wir die letzten Vasen, Basteldinge in die nur noch spärlich vorhandenen Ecken geräumt...fehlen noch soviel Möbel, aber das muss noch warten! es wird und es ist, wir haben eine wunderschöne Wohnung mit Garten gefunden, in dem Jessie sich austoben und einen schönen Lebensabend verbringen kann, keine Stufen mehr bewältigen muss und immer mitten im Geschehen sein kann. Mein schon so großes Mädchen hat endlich Platz genug um ungestört Zeit mit Freunden zu verbringen. Es ist ein Kommen und ein Gehen - wir sind mitten im Geschehen...und wir genießen es ... die Wochenenden verfliegen viel zu schnell. Davor eine gar nicht so leichte Zeit des Loslassens... von alten Zeiten ..aus finanzieller und räumlich überschaubarer Wohnsituation in ein Abenteuer...die letzten Wochen waren aber auch eine Zeit der Tränen und der Anstrengung. Sie haben mir gezeigt, dass eine Veränderung wie diese neben einer Vollbeschäftigung doch eine andere ist und neben der Freude auch einen unglaublichen Kraftakt- emotional und physisch - bedeuten kann. aber um anzukommen braucht es das einfach manchmal auch - umso schöner, wenn dir viele Freunde helfen. Es hat gut getan auch von alten Verhaltensmustern loszulassen, weil es anders gar nicht möglich gewesen wäre - dem Ehrgeiz alles alleine bewältigen zu müssen ist das dankbare Gefühl gewichen, Hilfe anzunehmen und Geschafftes gemeinsam zu feiern. Zugegeben dadurch hat es alles in allem auch ein wenig länger gedauert, aber das immer wieder Stehen bleiben und den Moment zu erleben war ein Kräfte tanken zwischendurch, das es gebraucht hat um anzukommen zu können <3

Neustart...

..und das ganz allein. Wie den Umzug schaffen, Einrichtung organisieren und alles am laufenden halten - neben dem ohnehin schon ausgefüllten Tagesablauf. Vergesst nicht, ihr seid nie wirklich alleine, es liegt nur an euch Hilfe zu holen. Bewusst seien hier nicht ausschließlich Freunde und Familie erwähnt, weil das in jedem Kommentar einmal erwähnt jene verzweifeln lässt, die die Energie und die Zeit für das Erhalten und Aufbauen der berühmten Sozialen Netzwerke nicht haben. 

Wenn ihr Hilfe braucht, fragt den Nachbarn, Kollegen, nehmt Services von Einrichtungshäusern in Anspruch -sofern leistbar und wendet euch an Hotlines wenn ihr das Gefühl habt, ihr schafft nicht einmal das mehr. Mit Partner ist vieles leichter, wenn auch nur für Gespräche und das Aufteilen der Organisation v. Diensleistungen, er muss ja nicht einmal selbst Hand anlegen, sollte er meinen er hätte nur zwei linke davon. Ihr seid auf euch angewiesen, jede Entscheidung trefft ihr - für euch und eure Kinder. Eine große Verantwortung - aber setzt euch dabei nicht unter Druck, oft hat man das Gefühl etwas ausgleichen zu müssen, ihr gebt euer bestes! Schon die Tatsache, dass ihr für eure Kinder da seid, ist für sie ein Geschenk. Aber um für sie da sein zu können, schaut auf euch. Ihr dürft auch ruhig einmal ausfallen - es gibt immer einen Weg.

Schaffen wir das...?

Das müssen wir und unsere Kinder auch. Die Frage ist nur wie - in welcher Qualität können wir das bringen was wir uns für unsere Kinder wünschen und für sie die Lücke füllen, die durch die EinElternschaft entstanden ist. Komplikationen im Alltag meistern, zwischen Schule, Job und Abholdiensten hin und her hecheln und miteinander Krankheiten durchstehen wenn es einen selbst erwischt hat...mit diesen und vielen anderen Fragen müssen sich MehrElternschaften nicht immer zwingend auseinander setzen. Mit gerechter Aufteilung und Verständnis für die Situation des anderen können sie für eine bessere Work-Life-Balance sorgen und auch den Kindern die jeweils aus ihrer Sicht notwendige Unterstützung geben. Partnerschaft in der Kinderobsorge macht da wirklich Sinn - das finden wir auch. Nur leider funktioniert eine Obsorgepartnerschaft nach Trennungen leider nicht immer.

Da denken wir am besten ein bisschen großzügiger und lassen auch liebe Freunde gelten. Und daher können wir euch nur empfehlen zumindest ein Helferlein in eure Leben zu lassen.

Helferleins fürs Leben

Die einen gewinnen sie durch eine Annonce für Hausarbeiten, die anderen haben diese Schätze vor ihren Augen und merken es womöglich gar nicht. Denn auch wenn es mit dem Partner unter einem Dach noch nicht geklappt hat, haben wir zwischenzeitig schon sehr gute Erfahrungen mit unserem eigenen Helferlein gemacht. Nicht von Daniel Düsentrieb erfunden, sondern durch eine glückliche Fügung in unser Leben getreten. Er ist ein Kapazunder und repariert, hilft uns wo es geht - schweres Tragen und Möbel zusammen bauen, Räder reparieren, was auch gerade anfällt und wo uns ein männlicher Part fehlt. Er hat auch immer ein offenes Ohr für uns und füllt ein wenig die EinEltern-Lücke. Das hilft wenn Mom & Me`s mit Aufgaben auf sich gestellt sind, bei denen - wie in unserem Fall - normalerweise der Vater einspringen würde. Und wenn ihr so ein Helferlein einfach noch nicht gefunden habt, ist auch kein Problem:

Wir stellen dir unseres zur Verfügung. Natürlich mit seinem Einverständnis😀!

Er zeigt uns wie und mit welchem Werkzeug ihr verzwickte Probleme bei euch zu Hause lösen könnt und gibt Tipps für die absoluten Must haves. Unsere Kinder können mit ihm lernen wie man praktisches aus dem Hut zaubert. Virtuell oder persönlich, bald erfährst du hier mehr...

Wenn du Fragen hast, bei denen du nicht weiter kommst, dann kannst du uns auch schreiben.